Große Wende

Ich schaue hinaus zu dem Baum vor meiner Terrassentür, die Sonne scheint und so langsam trocknet der Regen auf der Terrasse. Ich denke mir, heute wird ein guter Tag. Trotz Kopfweh und wenig Schlaf fühle ich mich eigentlich ganz entspannt und der Tatsache dass mich der Wecker wecken musste Aber heute war ja ein wichtiger Termin bei meinem Arzt. Den durfte ich nicht verpassen.

Nach über einem Jahr verstecken vor der Außenwelt, verschanzen in meiner Wohnung, Schmerzen und Leid, Verlust meines Vaters und dem Versuch die Scherben zu kleben habe ich beschlossen dass es Zeit wird mich einem Teil des Lebens wieder zu stellen. Ich habe meinen alten Job gekündigt und einen neuen begonnen. In meinem alten Job war der Tod mein täglicher Begleiter. Ich betreute totkranke Menschen. Nachdem ich krank wurde wusste ich dass ich dies nicht mehr schaffen würde. Zu viele Emotionen und Sorgen die diese Arbeit mit sich brachte. Vieles bereitete mir damals Kopfzerbrechen und nachdem mein Vater krank wurde und verstarb wusste ich dass ich nicht mehr zurück kann. Nun habe ich einen Bürojob, etwas ganz anderes wie ich es gewohnt war und ich bin voller Angst und Vorfreude zugleich. Ich habe Angst zu versagen, Angst vor den neuen Kollegen und einfach Angst vor dem neuen Alltag. Ich weiß nicht wie es sein wird und ich habe vergessen wie mein Leben vorher war als alles seinen geregelten  Weg ging. Aber ich weiß dass ich diesen Schritt nun machen muss um wieder wenigstens etwas Normalität zu finden. Ich weiss dass der Zustand in dem ich mich befinde nicht mehr weg gehen wird. Ich werde mit meiner Depression leben und sie akzeptieren müssen und ganz wichtig ich muss lernen mit ihr umzugehen.  Vor all dem habe ich sehr viel Angst. Nächsten Freitag geht es los mit dem neuen Job. Momentan herrscht ein Gefühlswirrwarr aus Angst, Freude, Hoffnung, Neugierde und das löst grad viel Stress in mir aus. Ich bin sehr launisch zur Zeit aber ich muss sagen dass mich mein Mann sehr viel unterstützt und es mir nachsieht wenn ich in null komma nix von gut gelaunt auf weinen umspringe..er kennt es nur zu gut.

Ich bin froh und ich weiß dass ich gesegnet bin mit meiner Familie die mir Halt und Schutz gibt und ich weiß dass ich mit dem was ich bin und wie ich bin nicht allein da stehe  und einen sehr, sehr geduldigen Mann habe den ich sehr liebe.

22.7.14 20:58, kommentieren

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auf Regen folgt Sonnenschein...

...oder besser auf Sonnenschein folgt Regen...

wann ich die Sonne gesehen habe...hmm, ich weiß es nicht. Es ist schon eine sehr lange Zeit her an dem ich fühlte das ich sehr glücklich bin. Das soll nicht heißen dass ich überhaupt nicht glücklich bin allerdings ist es so dass ich diesen Zustand, so wie ich ihn aus vergangenen Tage kenne, nicht mehr wahrnehme. Ein Zustand der mich noch mehr traurig macht. Ich erwarte jeden Tag dieses Gefühl und doch stellt es sich bei mir nicht ein. Aber ich bin geduldig und voller Hoffnung, dass dies irgendwann geschehen wird.

Heute früh habe ich wie so oft meine Mutter zum Arzt begleitet. Bei solchen Terminen muss ich immer dabei sein und sie dorthin fahren weil sie, seitdem mein Vater Anfang des Jahres verstarb, doch dann wieder entdeckt hat dass sie eine Tochter hat und diese kann man dazu ja gut gebrauchen. So wie auch um den Haushalt zu machen, den Garten auf Vordermann zu bringen oder als finanzielle Unterstützung. Es ist nicht so dass ich meine Mutter nicht mag, allerdings fehlt mir jedes Gefühl was man für seine Mutter empfinden müsste. Nach einigen Gesprächen mit meinem Psychiater resultiert dieses wohl davon dass meine Mutter mir schon sehr früh eingeredet hat ich wäre für sie verantwortlich obwohl, so wie es der Gang des Lebens ist, die Mutter für ihre Kinder da ist. Dieses ist allerdings nicht der Fall. Zumindest nicht in meiner Familie. Im Moment versuche ich mir dass was meine Mutter mir mühsam seit meiner Kindheit eingeredet hat  wieder abzueignen. Was allerdings sehr schwer ist wenn man ein Mensch ist der generell sehr sozial eingestellt ist. Sobald meine Mutter anfängt zu stöhnen, zu weinen oder zu nörgeln habe ich Mitleid und versuch es ihr Recht zu machen oder ihr den Kummer abzunehmen. So ist das nun mal als kleine Marionette in den Händen einer unsensiblen Mutter.

Der Morgen mit meiner Mutter hat mich sehr müde gemacht. Ich kam nach Hause und seitdem liege ich auf der Couch. Einfach gerade müde vom Leben. Ich trinke viel Kaffee und lass mich vom Fernseher berieseln. 

Morgen ist ein neuer Tag und ich bin gespannt wie dieser verlaufen wird. Ein Termin bei meinem Arzt steht an und es gibt wichtiges zu klären. Wie es verläuft...ich weiß es nicht.....

jeder Tag ist eine neue Herausforderung der ich mich stellen muss und die ich überstehen muss bis zu dem Moment an dem sich irgendwann mein Glücksgefühl wieder einstellt.  

 

 

 

 

 

21.7.14 16:41, kommentieren